#149: Ignoriert dich dein Hund, sobald ein anderer Hund kommt? Warum das nichts mit eurer Bindung zu tun hat

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„Ich glaube, wir müssen erst mal an unserer Bindung arbeiten.“ Den Satz kennst du, entweder weil du ihn dir selbst schon gedacht hast oder weil Jochen ihn dir in der Hundegruppe in die Kommentare geschrieben hat. 🫣

Klingt ja auch irgendwie logisch: Dein Hund hört nicht auf dich, sobald ein anderer Hund auftaucht. Also muss doch was mit eurer Bindung nicht stimmen, oder? ODER?

In dieser Folge räumt Ulli von Dog It Right mit den beliebtesten Bindungstipps auf, die ihr so richtig auf die Nerven gehen. 🔥

Du erfährst in Podcast-Folge 149:

  • was Handfütterung, Bindungsspaziergänge und NILIF gemeinsam haben und warum nichts davon eine sichere Bindung aufbaut
  • warum bedingungsloses Grundeinkommen mehr mit sicherer Bindung zu tun hat als Jochens Tipps auf Facebook
  • wie eine sichere Bindung wirklich entsteht und warum Jochen genau das nicht macht

Und danach schläfst du heute Nacht hoffentlich ein bisschen ruhiger. 🎧

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Weiterführende Links zur Episode:

 

Ignoriert mich mein Hund bei anderen Hunden, weil unsere Bindung nicht stimmt?

Nein. Wenn dein Hund dich ignoriert, sobald ein anderer Hund auftaucht, liegt es definitiv nicht an eurer Bindung. Dein Hund kann voll an dir hängen, sich bei dir sicher fühlen und trotzdem genau in dem Moment nicht ansprechbar sein, weil der andere Hund für ihn gerade megawichtig ist. Er ist einfach abgelenkt. Und die ganzen Tipps, die du jetzt vielleicht im Kopf hast, aus der Hand füttern oder dich beim Gassi verstecken, bringen dich da kein Stück weiter. Sie machen es eher schlimmer.

Warum glauben so viele, es liegt an der Bindung?

Dieses Thema begegnet dir überall. Bei Insta poppt ein Reel auf, „3 Dinge, die eure Bindung stärken“, 200 Herzchen drunter. Und kaum schilderst du in der Facebook-Gruppe dein Problem, schreibt Jochen dir in die Kommentare: „Arbeite doch erst mal an eurer Bindung, dann kommt der Rest von allein.“

Und klar springst du da an. Eine sichere Bindung zu deinem Hund? Will ich, brauch ich, ist mir wichtig. Total verständlich.

Aber jetzt kommt der Haken. Ganz viele, die dir „erst die Bindung“ erzählen, meinen mit Bindung was völlig anderes als du. Für dich heißt Bindung: Vertrauen, Verbindung, ihr seid ein Team. Für viele heißt Bindung aber, dass der Hund einfach macht, was sie wollen. Das hat mit Augenhöhe nichts zu tun. Sie wollen Kontrolle über den Hund und nennen es Bindung.

Das kennen wir nicht nur beim Hund. Bei Kindern ist es oft genauso. Da wird von Bindung geredet, aber gleichzeitig soll das Kind funktionieren und tun, was die Erwachsenen sagen. Frei nach dem Motto: Ich hab dich lieb, wir brauchen eine gute Bindung, aber parieren musst du trotzdem.

Stärkt es die Bindung, wenn ich meinen Hund aus der Hand füttere?

Nein. Das ist einer von den Tipps, die am hübschesten klingen und am meisten kaputt machen. „Füttere deinen Hund nur noch aus der Hand, das stärkt eure Bindung.“ Verkauft wird dir das so: Schau mal, wie viel Nähe da entsteht. Dein Angsthund frisst sogar aus deiner Hand.

Und ja, dein Hund merkt natürlich, dass aus deiner Hand was Leckeres kommt und das kann ihm sogar ein bisschen die Angst nehmen. Aber schau mal, was sonst noch passiert, wenn dein Hund wirklich nur noch aus deiner Hand isst. Also nicht mal ein Leckerli zwischendurch, sondern jede Mahlzeit. Kein Napf mehr. Nichts, das einfach so für ihn da ist. Nur noch das, was du ihm mit der Hand gibst.

Was das mit deinem Hund macht

Dann wird dein Hund richtig abhängig von dir und das bei etwas, das er zum Leben braucht:

  • Ohne dich wird er nicht satt. Er kann nicht mal mehr essen, wenn du nicht dabei bist und mitmachst.
  • Also muss er dich ständig im Blick behalten, denn sobald du weg bist, bleibt er hungrig.
  • Sein Essen hängt jetzt komplett an dir und Essen ist so ziemlich das Wichtigste, was ein Hund hat.

Manche Hunde fangen deshalb sogar an, ihren Menschen zu verteidigen, weil plötzlich alles nur noch von dieser einen Person abhängt.

Von außen sieht das vielleicht süß aus. „Mein Hund braucht mich, der hängt so an mir.“ Aber deinem Hund geht es damit nicht gut, der hat richtig Stress. Und du fütterst ihn ja oft auch noch in Momenten aus der Hand, in denen er sowieso schon unsicher ist. Eigentlich würde er da lieber Abstand halten und von weiter weg schauen. Stattdessen bringst du ihn genau in die Situationen, die ihm Angst machen, weil er nur da an sein Essen kommt. Ob ihm das die Angst nimmt, wissen wir nicht. Was wir aber wissen: Es stresst ihn extrem. Und er macht es trotzdem, weil er keine andere Wahl hat.

Fühlt sich dein Hund dadurch sicher bei dir?

Eher nicht. Denn wenn ein Hund sich bei seinem Menschen wirklich sicher fühlt, dann zwingt der ihn gar nicht erst da rein. Für deinen Hund fühlt sich das total widersprüchlich an. Auf der einen Seite kommt von dir sein Essen. Auf der anderen Seite fühlt er sich neben dir gerade eigentlich unwohl und will weg. Und weil sich das so widerspricht, stresst es ihn noch mehr, als er eh schon gestresst ist.

Wie ich das mit Paco selbst falsch gemacht hab

Ich hab genau diesen Mist selbst mit meinem Hund gemacht. Als Paco damals so eine Angst hatte, dass er nicht mal mehr aus der Wohnung wollte, hab ich mir Hilfe gesucht. Ein Tierarzt, der zusätzlich Verhaltenstherapie anbot, sagte mir: Paco darf nur noch da essen, wo er die größte Angst hat. Bei Paco war das ein Spielplatz, weil es da mal richtig laut geknallt hatte. Und damit er dort überhaupt isst, sollte ich ihn vorher 48 Stunden hungern lassen.

Ehrlich gesagt hab ich das gar nicht durchgezogen. Ich fand es so schrecklich, meinen eigenen Hund hungern zu lassen, dass ich ihn viel früher hab essen lassen. Paco hat an diesem Spielplatz am Ende zwar gegessen, weil er Hunger hatte, aber er war die ganze Zeit total gestresst dabei. Geholfen hat es überhaupt nicht. Seine Angst war hinterher genauso groß wie vorher.

Was ihm wirklich geholfen hat, kam viel später und sah ganz anders aus. Ich hab aufgehört, ihn an den Spielplatz zu schleppen und ich hab ihn nie wieder hungern lassen.

Und was ist mit dem Bindungsspaziergang, bei dem ich mich verstecke?

Auch so ein Klassiker. Und ich schwör dir, ich wusste nicht mal, dass das einen eigenen Namen hat: der Bindungsspaziergang. Die Idee dahinter: Du machst dich beim Gassigehen superinteressant, indem du dich versteckst. Du huschst schnell um die Ecke oder stellst dich hinter einen Baum und dein Hund soll das nicht mitkriegen. Er soll dann besser aufpassen, wo du gerade bist.

Klingt irgendwie erst mal logisch. Aber warum passt er dann besser auf?

Warum Verstecken deinem Hund schadet

Er passt auf, weil er Schiss bekommt, dass du auf einmal weg bist. Nicht, weil er dich so toll findet. Ich will nicht, dass mein Hund mich nur im Auge behält, weil er sonst in Panik gerät. Und du willst das bestimmt auch nicht.

Und es kann richtig nach hinten losgehen:

  • Ist es deinem Hund egal, dass du weg bist, dann guckt er sowieso nicht und schwupp ist er über alle Berge.
  • Ist dein Hund eher sensibel, kann ihn das Verstecken erst recht in Panik bringen.
  • Und wenn dein Hund eh schon schwer alleine bleiben kann, machst du es damit gerade richtig schlimmer.

Wie aus einem Spaziergang ein Alleinbleib-Problem wird

Dein Hund lernt beim Verstecken nämlich, dass du von jetzt auf gleich weg sein kannst. Und das gilt für ihn dann nicht nur im Wald, sondern auch zu Hause.

Du willst nur schnell Brötchen holen und auf einmal flippt dein Hund komplett aus, sobald du zur Tür raus bist. Mit ihm dann wieder zu trainieren, dass er entspannt alleine bleiben kann, kostet dich echt viele Nerven und ganz viel Zeit. Ziemlich bitter für einen Tipp, der eure Bindung angeblich stärken sollte.

Heißt das, ich darf mich nie verstecken?

Nee, so hart ist das nicht. Aber es macht einen großen Unterschied, wie du das machst.

Wenn du einfach auf einmal weg bist und dein Hund ratlos dasteht, dann ist das Mist. Wenn ihr euch dagegen ein richtiges Suchspiel aufgebaut habt, sieht die Sache anders aus. Dein Hund hört dann ein bestimmtes Signal und weiß: Aha, gleich versteckt sich mein Mensch, jetzt darf ich suchen. Das hat er Schritt für Schritt gelernt und er hat dabei immer wieder erlebt, dass er dich ganz schnell wiederfindet.

Und wenn dein Hund sowieso schnell Stress bekommt, sobald du weg bist, dann lass so ein Suchspiel lieber ganz sein.

Muss mein Hund sich wirklich alles verdienen?

Der dritte Klassiker läuft unter einem englischen Kürzel: NILIF, „nothing in life is free“. Also: Nichts im Leben gibt es umsonst. Unser aller kapitalistischer Fiebertraum, jetzt auch für Hunde.

Die Idee: Dein Hund muss sich alles verdienen. Für jede Sache, die er will, muss er vorher etwas für dich tun.

  • Mach erst Sitz, dann bekommst du dein Essen.
  • Mach erst Platz, dann darfst du aufs Sofa.
  • Guck mich erst an, dann darfst du schnüffeln.

Und im ersten Moment denkst du dir vielleicht: Klingt doch super. Ich hab ständig eine Belohnung in der Hand, mein Hund lernt was dabei, passt doch.

Warum das deinen Hund stresst

Der Haken ist derselbe wie beim Handfüttern: Dein Hund hängt für alles an dir. Er bekommt nichts, ohne vorher was zu leisten. Das macht ihn abhängig und es stresst ihn.

Stell dir vor, du müsstest dir jeden Keks, jede Umarmung, jede Pause erst irgendwie verdienen. Kennst du ja von dir selbst, wie viel Spaß das macht. Mit einem sicheren Gefühl hat das mal so gar nichts zu tun.

Was deinem Hund wirklich Sicherheit gibt

Denk mal ans bedingungslose Grundeinkommen. Da weißt du: Selbst wenn ich gerade mal nicht die ganze Zeit arbeiten und performen kann, ist zumindest das Nötigste abgedeckt. Ich kann mir im Supermarkt was zu essen kaufen und meine Miete ist auch drin. Das nimmt so einen Druck raus.

Und genau so ein Gefühl wäre auch für deinen Hund schön. Dass er einfach aus seinem Napf essen darf, weil er Hunger hat und nicht, weil er vorher brav funktioniert hat.

Heißt das, Belohnungen sind schlecht?

Nope. Belohnungen sind mega. Ich liebe Markertraining und nutze Belohnung ständig im Training. Der Unterschied liegt woanders.

Die Grundbedürfnisse deines Hundes sollten einfach erfüllt sein, ohne dass er dafür etwas leisten muss. Dein Hund muss nicht jedes Mal Sitz machen, bevor er zu seinem Napf darf. Warum auch?

Klar kannst du sowas im Training auch mal einbauen. Ihr seid am See, dein Hund will da unbedingt runter, dann verbindet ihr das schön miteinander: Dein Hund achtet auf dich, du gibst dein Markersignal und dann geht’s zusammen runter zum Wasser. Der Unterschied steckt in deiner Haltung. Machst du das, weil ihr zusammen unterwegs seid und dir dein Hund wichtig ist? Oder machst du es, weil dein Hund sich bei dir erst mal alles verdienen muss und nur das bekommt, was du ihm zuteilst? Das ist ein riesiger Unterschied.

Und ganz konkret bei mir: Meine Hunde müssen nie hungern, damit sie beim Training mitmachen. Es gibt zwei Mahlzeiten am Tag, immer ungefähr zur selben Zeit. Wenn ich viel mit Futter belohne, ziehe ich das einfach von der Mahlzeit ab, dann landet etwas weniger im Napf. Aber ihre zwei Mahlzeiten haben sie trotzdem sicher.

Wie entsteht eine sichere Bindung wirklich?

Kommen wir zum schönen Teil: Wie geht’s denn richtig? Und keine Sorge, das ist viel einfacher, als du gerade vielleicht denkst. Du brauchst dafür keinen einzigen von diesen Tricks.

Ich orientiere mich da gern an einer Definition von Susanne Mierau. Sie ist Pädagogin und eine der bekanntesten Stimmen für bindungs- und bedürfnisorientierte Begleitung. Für mich lässt sich ihr Gedanke gut auf uns und unsere Hunde übertragen. Ich leite daraus drei Schritte ab:

  • Du nimmst wahr, was dein Hund gerade braucht.
  • Du überlegst, was das sein könnte und was er dir damit sagen will.
  • Du gehst darauf ein, so gut es eben geht.

Du siehst deinen Hund, du versuchst ihn zu verstehen und du reagierst auf das, was er braucht.

Aber ich kann doch nicht jeden Wunsch erfüllen?

Und hier steckt schon der erste Denkfehler drin, den ganz viele haben. Wir reden nämlich nicht von Wünschen, sondern von Bedürfnissen. Das klingt nach Wortklauberei, ist aber ein wichtiger Unterschied.

Ein Bedürfnis ist etwas, das dein Hund wirklich zum Leben braucht: rennen, schnüffeln, hetzen, sich sicher fühlen. Ein Wunsch ist dagegen eher: Ich will jetzt sofort zu dem anderen Hund hin, oder ich will genau dieses Reh da jagen. Das eine kannst und musst du nicht immer erfüllen. Aber das Bedürfnis dahinter ernst zu nehmen, das ist der Punkt.

Nehmen wir das Hetzen. Wenn dein Hund gerade ein Reh jagen will, sag ich natürlich nicht: Alles klar, dann los. Ein anderes Tier zu jagen, das geht nicht.

Aber das Bedürfnis dahinter, das Rennen und Hetzen, ist ja trotzdem da und völlig legitim. Meine Aufgabe ist dann, das zu sehen und meinen Hund damit nicht allein zu lassen. Ich überlege, wie ich ihn beim Thema Jagen unterstütze und wie ich mein Training so aufbaue, dass ihm genau das leichter fällt. Und ich schaue, wo er dieses Hetzen ausleben darf, nicht unbedingt in genau dem Moment, aber an anderer Stelle.

Genau darum geht’s übrigens in meinem 0 € Online-Training „In 6 Schritten zu einem Hund, der auf dich hört“. Da zeige ich dir, wie du solche Situationen angehst, ohne deinen Hund unter Druck zu setzen.

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Erwartungssicherheit: Dein Hund weiß, was ihn bei dir erwartet

Und dann gibt es noch eine Sache, die eine gute Bindung ausmacht: Erwartungssicherheit. Die entsteht genau dadurch, dass du wahrnimmst, was dein Hund braucht und darauf eingehst.

Dein Hund weiß dann, was er bei dir zu erwarten hat. Er weiß, wie du dich in bestimmten Situationen verhältst. Und vor allem weiß er, dass er sich in den allermeisten Fällen auf was Gutes von dir verlassen kann.

Das heißt nicht, dass du nie einen schlechten Tag haben darfst. Klar hast du den mal. Es geht ums Verhältnis: viele schöne Momente mit deinem Hund und ab und zu ein mieser dazwischen. Dein Hund weiß dann: Wenn ich das Sitz mal nicht mache, ist trotzdem alles gut. Dadurch fühlt er sich sicher bei dir. Wenn er dagegen nie weiß, ob du gleich ausrastest, kann sich dieses sichere Gefühl nie einstellen.

Das Gegenteil von Sicherheit: Kontrollverlust

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie sich das für deinen Hund anfühlt, stell dir das mal so vor:

Du sitzt am Steuer und fährst. Aber das Auto macht nicht, was du willst. Du trittst auf die Bremse, es bremst nicht. Du lenkst nach rechts, es fährt weiter geradeaus. Du willst aussteigen, die Türen sind zu. Egal was du tust, das Auto zieht sein eigenes Ding durch.

Genau dieses Gefühl ist Kontrollverlust. Und genau da bringen diese ganzen Bindungstipps deinen Hund hin. Ein Mensch, der sich beim Gassigehen einfach in Luft auflöst, ist für den Hund wie dieses Auto, das nicht mehr auf ihn hört. Und mit einer sicheren Bindung hat das nichts zu tun.

Und was heißt das jetzt für deinen Hund, der dich bei anderen Hunden ignoriert?

Ganz klar, damit du heute Nacht ruhiger schläfst: Wenn dein Hund dich komplett ausblendet, sobald ein anderer Hund auftaucht, ist eure Bindung nicht kaputt.

Dein Hund ist in dem Moment einfach mega abgelenkt. Der andere Hund ist für ihn gerade wichtig, vielleicht weil er ihn gruselig findet, vielleicht weil er ihn superspannend findet, vielleicht weil er ihn total ätzend findet. So oder so: Der andere Hund ist für deinen Hund in dem Moment einfach viel wichtiger als du.

Und das kann dir mit der besten Bindung der Welt passieren. Dein Hund hat dich trotzdem voll lieb. Er glotzt dich nur eben nicht rund um die Uhr an und hat nur dich im Kopf, das wäre ja auch komisch.

Also hör bitte auf, dir die Schuld zu geben, wenn dein Hund bei anderen Hunden nicht auf dich hört. Daran erkennst du nicht, wie gut oder schlecht eure Bindung ist. Wirklich nicht.

Was deinem Hund an der Leine wirklich hilft, wenn er bei anderen Hunden ausflippt, hab ich dir übrigens hier ausführlich aufgeschrieben: Hundebegegnungen an der Leine – warum dein Hund ausflippt und was du tun kannst.

Und wie wird dein Hund jetzt bei anderen Hunden wieder ansprechbar?

Du weißt jetzt: Eure Bindung ist okay. Aber die eigentliche Frage bleibt ja: Wie schaffst du es, dass du deinen Hund auch dann noch erreichst, wenn ein anderer Hund auftaucht?

Genau dafür gibt’s mein Onlineprogramm Rückruf Pro. Da zeige ich dir Schritt für Schritt, wie dein Hund lernt, sich in genau diesen Momenten wieder an dir zu orientieren, statt komplett auszurasten oder abzuhauen. Damit du wieder entspannt Gassi gehen kannst und nicht ständig die Gegend nach jedem Hund abscannst, der auftauchen könnte. 😎

Und zwar ohne Druck, ohne dich hinter Bäumen zu verstecken und ohne deinen Hund nur noch aus der Hand zu füttern.

👉 Hier geht’s zu Rückruf Pro!

 

Fragen zu Bindung und Hundebegegnungen

Kann eine schlechte Bindung schuld sein, wenn mein Hund bei anderen Hunden nicht hört?

Nein. Dein Hund kann voll an dir hängen und sich bei dir sicher fühlen und dich trotzdem komplett ausblenden, sobald ein anderer Hund auftaucht. Das ist keine Frage eurer Bindung, sondern dein Hund ist einfach krass abgelenkt. Der andere Hund ist für ihn in dem Moment einfach wichtiger als du.

Wie merke ich, ob mein Hund eine sichere Bindung zu mir hat?

Daran, dass dein Hund weiß, was er bei dir zu erwarten hat und sich in den allermeisten Momenten auf was Gutes von dir verlassen kann. Er darf sich bei dir entspannen, auch wenn er mal etwas nicht so macht, wie du es dir wünschst. Ob er bei jeder Hundebegegnung sofort auf dich hört, sagt dagegen gar nichts über eure Bindung aus.

Sollte ich meinen Hund aus der Hand füttern, um die Bindung zu stärken?

Das wird oft als großer Vertrauensbeweis verkauft, aber ich rate dir davon ab. Wenn dein Hund wirklich nur noch aus deiner Hand isst, wird er komplett abhängig von dir und das stresst ihn, gerade wenn du ihn dabei in Situationen bringst, die ihm sowieso schon Angst machen. Dein Hund darf einfach satt werden, ohne sich das zu verdienen. Das schafft mehr Sicherheit als jede Handfütterung.

Warum hört mein Hund nicht, wenn ein anderer Hund kommt?

Weil in dem Moment so viel in ihm los ist, dass er dich kaum noch wahrnimmt. Der andere Hund zieht seine ganze Aufmerksamkeit, egal ob dein Hund ihn spannend, gruselig oder einfach nur ätzend findet. Das hat nichts mit Bindung zu tun, dein Hund ist schlicht überfordert und braucht dann deinen Support, damit er wieder ansprechbar wird.

Host vom Dog It Right Podcast

Ulrike Seumel

Ulrike Seumel ist ausgebildete Hundetrainerin, Coach, Autorin des Buches „Markertraining für Hunde“ und Gründerin von Dog It Right®. Seit 2011 arbeitet sie hauptberuflich im Hundetraining, seit 2013 online.

Sie begleitet Menschen, deren Hunde wie auf einem anderen Planeten sind, sobald irgendwo ein anderer Hund auftaucht.

Dog It Right steht nicht für Dominanz, Gehorsamsdenken oder „sich durchsetzen“, sondern für ein Training, das ohne Machtspielchen auskommt und im echten Leben funktioniert, nicht auf dem Hundeplatz.

Marker-Training für Hunde: Auf Augenhöhe zum glücklichen und kooperativen Hund

Markertraining vereint den wertschätzenden Umgang mit Hunden und ein durchdachtes Hundetraining. Du erfährst, wie die Arbeit mit Markersignalen funktioniert und wie man sie im Alltag mit Hunden anwendet.

Schwerpunkt des Trainings ist es, das tolle Verhalten des Hundes zu fördern und unerwünschtes Verhalten nachhaltig zu verändern – alles ohne Schreckreize und Druck.

Überall, wo es Bücher gibt.

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