#5: Sonja Meiburg – Wenn mein Hund keinen Bock auf andere Hund hat

Viele Hundehalter*innen haben Angst: Es kommt hart auf hart und ein fremder Hund nähert sich meinem Hund, obwohl ich das eigentlich nicht möchte.

Sonja Meiburg beantwortet in dieser Folge drei zentrale Fragen:

  • Was kann ich tun, wenn ich weiß, dass es gleich krachen könnte?
  • Was kann ich in dem Moment tun, wenn der fremde Hund bei mir ist?
  • Was kann ich tun, wenn die blöde Begegnung meinen Hund und mich aus der Bahn geworfen hat?

Lass dir von Tutnixen nicht mehr die Stimmung versauen, sondern nimm Hundebegegnungen ab heute selbst in die Hand.


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Warum Hundebegegnungen in dir immer wieder Angst auslösen

Du hast Angst vor Hundebegegnungen. Bei jeder Hundebegegnung kommst du ins Schwitzen und hoffst, dass du und dein Hund es dieses Mal besser meistern werdet. Dass der andere Hund freundlich ist und dein Hund ruhig bleibt. Woher kommt diese Angst bei Hundebegegnungen? Für Sonja Meiburg ist das eine klare Sache. Im Welpenalter bist du noch total entspannt und lässt deinen Hund mit jedem anderen Hund Kontakt aufnehmen. Dein Hund sollte ja möglichst viele andere Hunde kennen lernen und sozialisiert werden. Mit der Zeit merkst du, dass nicht jeder fremde Hund freundlich ist. Dein Hund macht schlechte Erfahrungen. Du machst schlechte Erfahrungen. Je mehr schlechte Erfahrungen sich anhäufen, desto ungemütlicher wird die Situation. Du möchtest entspannte Spaziergänge mit deinem Hund und an anderen Hunden locker vorbeigehen, ohne dass diese zu euch kommen. Deine Wut auf andere Hundehalter*innen wächst, wenn diese ihre Hunde nicht bei sich behalten können. So wie dir geht es vielen anderen auch: Dein Hund hat keinen Bock auf andere Hunde.

Wenn mein Hund keinen Bock auf andere Hund hat

Hundebegegnungen können richtig entspannt sein. Bei höflichen und freundlichen Hunden wird die Begegnung wirklich angenehm. Macht dein Hund jedoch immer häufiger die Erfahrung, dass fremde Hunde unhöflich sind, ihm Angst machen oder ihn bedrängen, prägt sich das bei deinem Hund ein. Dein Hund wird zurückhaltender, bleibt stehen und schaut sich die anderen Hunde erst einmal an. Doch dann wird er vom anderen Hund überrannt, angebellt oder angepöbelt. Dein Hund wählt dann eine neue Strategie. Er versucht wegzurennen. Kann dein Hund nicht wegrennen, greift er vielleicht zu einer drastischeren Strategie. Dein Hund reagiert immer offensiver. Eigentlich hat er keine andere Wahl: Er springt in die Leine und bellt den anderen Hund an. Dieser lässt sich davon eher beeindrucken und geht daraufhin zurück. Dein hat Hund hat also mit seiner neuen Strategie mehr Erfolg. Ziel erreicht, die Distanz ist größer geworden. Deshalb wählt dein Hund diese Strategie ab jetzt häufiger.

Mythos: Dein Hund muss andere Hunde lieben, sonst ist er asozial

Es ist völlig normal, dass dein Hund nicht jeden anderen Hund mag. Du lädst auch nicht gleich jeden Menschen, dem du begegnest, zum Kaffee ein, oder? Alle Hunde kommen miteinander klar, weil sie Rudeltiere sind = Bullshit. In freier Wildbahn verstehen sich Hunde innerhalb der eigenen Gruppe gut. Das ist überlebensnotwendig, denn sie müssen im Team zusammenarbeiten. Begegnen sie aber einem fremden Hund in freier Wildbahn, dann stellt dieser fremde Hund erst einmal eine Gefahr dar. Dein Hund ist nicht asozial, weil er fremde Hunde nicht sofort als seine besten Freunde sieht. In der nächsten Podcast-Folge Nr. 6 erfährst du übrigens noch mehr dazu!

Eine Geschichte vom Goldie, der alle Hunde therapieren sollte

Eine Frau kam mit ihrem Golden Retriever zu Sonja in die Hundeschule. Der Goldie war ein lieber Hund. Die Frau hatte sich auf die Fahne geschrieben, jeden fremden Hund mit ihrem lieben Goldie zu therapieren. Egal, ob der andere Hund das wollte, ob er Angst hatte oder sich freute. Die Frau war der Meinung, dass, wenn andere Hunde ihren Goldie kennen lernen, diese dann alle anderen Hunde auch toll finden würden. Zur Verwunderung der Frau fanden das die anderen Halter*innen furchtbar.

Wenn dein Hund keinen Bock auf andere Hund hat. Was du im Vorfeld tun kannst.

Dein Hund muss nicht jeden fremden Hund, dem er begegnet, kennen lernen. Wenn sich ein anderer Hund nähert und du möchtest, dass es keinen direkten Kontakt gibt, kannst du folgende Strategien nutzen:

Suche dir passende Routen

Gehe vorausschauend spazieren und am besten dort, wo du die Wege gut einsehen kannst. Wenn es zu viele schlecht einsehbare Ecken gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein anderer Hund plötzlich direkt vor euch steht. Wenn du mitten in der Stadt wohnst und um deine Wohnung herum nur enge Wege sind, kannst du vielleicht ein Stück mit dem Auto raus fahren. Trainieren kannst du nur dort, wo du auch den passenden Abstand zum anderen Hund hast. Wenn der Abstand zu gering ist, greife auf Management zurück.

Nutze Management

Überlege dir im Vorfeld, was du tun kannst, wenn du keinen Kontakt wünschst. Hast du ein Signal, bei dem dein Hund an deine Seite kommt oder eines, bei dem er hinter dir läuft? Gibt es Ausweichmöglichkeiten? Möchtest du deinen Hund ablenken und wenn ja, was hast du parat? Greife auf solche Managementmaßnahmen zurück und vergiss den Gedanken, was andere über euch denken könnten.

Sonjas Management:

  • Weiche aus. Gehe mit deinem Hund auf die Wiese neben dem Weg oder auf die andere Straßenseite.
  • Dreh um. Gehe mit deinem Hund in die entgegengesetzte Richtung. Am besten baust du dafür ein Signal (z. B. „Hier lang“) auf, welches du vorher in einer ruhigen und ablenkungsarmen Umgebung anfängst zu trainieren.
  • Verstecke dich. Das geht hinter einer Häuserecke, hinter einer Mülltonne, einem Auto, usw. Gehe aus der Sichtweite des anderen Hundes.
  • Lenke deinen Hund ab. Suche dir eine passende Ablenkung für deinen Hund. Hol sein Spielzeug raus und fang an, ihn zum Spielen zu animieren. Oder biete ihm ein hochwertiges Leckerli an.

Lesetipp: Warum Management so wichtig für deinen Trainingserfolg ist – und wie du es für dich nutzen kannst

Dein Hund lernt von dir eine Strategie

Aus Management entsteht oft ein Ritual. Dein Hund lernt, dass er weggehen darf und dass ihm das gut tut. Du schaffst für deinem Hund Sicherheit und ein Erfolgserlebnis, denn er ist erleichtert, dass er nicht zum anderen Hund hingehen muss. Er hat dann keinen Grund, offensiv nach vorn zu gehen, um den anderen Hund zu vertreiben. Durch dein Management zeigst du deinem Hund eine Strategie, die er nach einiger Zeit von sich aus nutzen wird.

Probiere es aus!

Du bist davon überzeugt, dass dein Hund viele Hundekontakte braucht und dass er diese auch will, weil er sich immer so freut. Doch allein das Schwanzwedeln bedeutet nicht gleich Freude beim Hund. Es bedeutet, dass dein Hund aufgeregt ist. Und das kann Freude, aber auch genau das Gegenteil sein. Also probiere es aus: Wenn dein Hund langsamer wird oder zögert, dann lade deinen Hund dazu ein, mit dir auszuweichen oder umzudrehen. Du wirst staunen, wie gern dein Hund mit dir weggehen möchte.

Lesetipp: Was tun bei unerwünschten Hundebegegnungen?

Wenn mein Hund keinen Bock auf andere Hund hat, dann nehme ich ihn einfach hoch!

Eine Kundin von Sonja wohnte mit ihrem kleinen Hund mitten in der Stadt. Aufgrund von schlechten Erfahrungen bei Hundebegegnungen lag die Wohlfühldistanz des kleinen Hundes bereits bei 70 bis 100 Metern. Rund um die Wohnung der Frau gab es kaum Ausweichmöglichkeiten und die Wege waren sehr schmal. Also nahm sie ihren Hund anfangs immer hoch und trug ihn dorthin, wo die Wege breiter und einsehbarer wurden. Wenn sie anderen Hunden begegnete, während sie ihren Hund trug, spannte sie einen Regenschirm auf, um den direkten Blickkontakt zu verhindern. Dieses Management war für den Anfang sehr wichtig, damit ihr kleiner Hund nicht immer wieder unerwünschtes Verhalten zeigte und noch mehr schlechte Erfahrungen machte. Die Frau schaffte damit die Grundlage für das Training, weil ihr kleiner Hund die Chance bekam eine neue Strategie zu erlernen. Jedes Mal, wenn dein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt, wird dieses geübt. Versuche deshalb mit Management zu schwere Situationen zu umgehen. Damit vermeidest du Rückschritte im Training!

Behalte die Körpersprache im Blick

Achte auf die Körpersprache deines und auf die des anderen Hundes. Wenn du an der Körpersprache erkennst, dass einer der beiden Hunde die Begegnung nicht möchte, dann führe deinen Hund auch nicht in diese rein. Das Thema Körpersprache ist für Sonja das wichtigste Thema und auch nicht nur in Hundebegegnungen nützlich. Es geht darum, dass du verstehst, was dein Hund vermutlich als nächstes machen wird. Und ob dein Hund deine Hilfe braucht oder nicht. Wenn ein anderer Hund um die Ecke kommt und beide Hunde reagieren entspannt, kannst du näher rangehen. Wenn dein Hund stehen bleibt, bleibst du auch stehen. Dein Hund möchte in diesem Moment nicht näher rangehen, also solltest du ihn auch nicht dazu zwingen. Wenn du ihn immer wieder in diese Lage bringst, kann es passieren, dass er den Abstand von sich aus einfordert. Das macht er, indem er aggressives Verhalten zeigt, um den anderen Hund zu vertreiben. Wenn du deinen Hund zum anderen Hund ziehst, wird er selbst dafür sorgen, dass er mehr Abstand bekommt.

Was du an der Körpersprache ablesen kannst

Die Hundebegegnung beginnt, sobald sich die Hunde sehen. Die ersten Anzeichen erkennst du, wenn dein Hund stehen bleibt, einfriert oder langsamer wird. Beobachte deinen Hund. Wedelt dein Hund mit seiner Rute locker hin und her oder geht sie starr nach oben und bewegt sich dort nur noch ganz leicht? Zeigt dein Hund eine Tendenz nach hinten, dann bleibt er zum Beispiel stehen und legt die Ohren an. Zeigt dein Hund eine Tendenz nach vorn, dann verlagert er das Körpergewicht nach vorn und sein Blick wird starr. Manche Hunde bekommen auch eine Piloerektion (Aufstellen der Nacken- und oder Rückenhaare), bei der das Nackenfell hoch geht oder an der Rute die Bürste aufgestellt wird.

Lesetipp: Nackenhaare aufstellen – Was bedeutet das beim Hund?

Bei einigen Hunden stellt sich sogar das Fell am Rücken komplett auf. Eine Piloerektion ist ein Zeichen für eine innere Aufregung und Anspannung. Lerne die Sprache deines Hundes und nimm so die Bedürfnisse deines Hundes besser wahr. Das wird euch als Team unglaublich voranbringen, eure Bindung stärken und entspanntere Spaziergänge ermöglichen.

Was du tun kannst, wenn dein Hund keinen Bock auf andere Hunde hat

Es wäre so schön, wenn du mit deinem Hund auf ein anderes Hund-Mensch-Team zugehst und beide Hunde an der Leine gesichert sind. Ihr beide beobachtet eure Hunde und fragt euch kurz gegenseitig, ob ein direkter Kontakt gewünscht ist. Wenn ja, dürfen sich die beiden Hunde kennen lernen. Wenn nein, geht ihr einfach aneinander vorbei. Schön wär’s, oder? Du kennst sie auch, diese Tutnixe. Du gehst spazieren und auf einmal rennt ein Hund auf dich zu und du hörst nur „Der tuuut nix!“.

Lesetipp: Darf mein Hund mal Hallo sagen?

Wenn es dann doch mal schief geht: Sonja gibt dir verschiedene Strategien mit an die Hand, wenn der andere Hund in deine Richtung stürmt.

Nimm deinen kleinen Hund auf den Arm

Für kleine Hunde hat Sonja einen speziellen Rat: Wenn ein fremder Hund angerannt kommt und du siehst erste Anzeichen von Anspannung bei deinem Hund oder bist dir unsicher, nimm deinen Hund auf deinen Arm. Du gibst ihm dadurch Sicherheit und hast mehr Zeit zu beurteilen, ob die zwei sich kennen lernen sollten. Wenn du merkst, dass beide freundlich interessiert aneinander sind, kannst du deinen Hund immer noch vorsichtig absetzen.

Mythos: Nimmst du deinen kleinen Hund auf den Arm, kracht es erst recht

Dein kleiner Hund würde sich dadurch höher gestellt fühlen, weil er auf den anderen Hund herab blickt. Wenn dein Hund den anderen Hund anbellt, würde er sich dadurch groß und dominant fühlen und den anderen Hund damit provozieren. Das ist alles Quatsch! Stattdessen vermittelst du deinem Hund Sicherheit. Dein Hund lernt, dass es bei dir Schutz gibt und speichert das als seine neue Strategie ab. Wenn sich dein Hund unsicher fühlt, sobald ein fremder Hund angerannt kommt, wird er zu dir gelaufen kommen. Er klettert mit seinen Vorderpfoten an dir hoch, das so viel heißt wie „Bitte nimm mich hoch!“. Am besten baust du ein Signal für das Hochheben auf, damit sich dein Hund daran gewöhnt und es nicht gruselig findet, wenn er plötzlich den Boden unter den Pfoten verliert. Achte darauf, dass du deinen Hund vorsichtig hoch nimmst und auch wieder vorsichtig absetzt.

Stoppe den anderen Hund

Du kannst ein Signal mit deinem Hund aufbauen, bei dem dein Hund hinter dich geht und dort bleibt. Dann machst du einen Schritt in die Richtung des anderen Hundes, streckst deine Hand nach vorn und rufst „Stopp!“. Viele Hunde stoppen dann tatsächlich. Aber es ist wichtig, dass dein Hund diesen Ablauf bereits kennt. Übe dies zusammen mit deinem Hund in einem kleinschrittigen Aufbau und zunächst ohne fremde Hunde.

Blocke den anderen Hund

Eine weitere Strategie ist das Team-Signal. Auch das solltest du vorher aufgebaut haben. Dabei greift deine Hand in das Geschirr deines Hundes und du stellst dich ganz dicht vor deinen Hund und beugst dich über ihn. Deine Rückseite zeigt in die Richtung des anderen Hundes. Dabei unterbrichst du den Blickkontakt der beiden Hunde und schirmst deinen Hund vom anderen ab. Wenn der andere Hund näher kommt, blocke ihn ab, indem du deine Beine immer so positionierst, dass der andere Hund permanent abgeblockt wird. Dieses Team-Signal eignet sich vor allem auch bei engen Wegen, bei denen du nicht ausweichen kannst.

Leckerlis schmeißen geht immer

Wenn du noch kein Signal aufgebaut hast und schnell handeln möchtest, dann schmeiß einfach eine Hand voll Leckerlis in die Richtung des heran stürmenden Hundes. Der andere Hund ist dann erst einmal mit der Leckerlisuche beschäftigt und du hast genug Zeit, um mit deinem Hund zu verschwinden. Natürlich kann es sein, dass der andere Hund Nahrungsmittelallergien hat, aber es ist nicht deine Aufgabe, darauf zu achten, wenn du deinen Hund schützen möchtest.

Denk dir etwas Abschreckendes aus

Kommt ein fremder Hund auf euch zu und die Besitzer*in ist in Rufweite, kannst du auch erst einmal nett darum bitten, dass kein Kontakt erwünscht ist. Handelt es sich aber um einen Tutnix, kannst du dir auch etwas Abschreckendes ausdenken. Das rufst du in die Richtung der anderen Besitzer*in, in der Hoffnung, dass diese ihren Hund zurückruft oder mit ihrem Hund abdreht und nicht weiter auf euch zukommt. Mögliche Ideen wären zum Beispiel: „Mein Hund hat Flöhe!“ oder „Mein Hund ist hochgradig ansteckend!“.

Wenn du den Kontakt zum anderen Hund zulassen möchtest

Dein Hund ist zwar aufgeregt, aber freundlich. Du hast keine Angst, dass dein Hund ausflippt oder zupackt. Du möchtest den anderen Hund nicht abblocken und einen Kontakt ermöglichen. Wenn der andere Hund ebenfalls freundlich und nicht aufdringlich ist, ist das natürlich möglich. Am besten ist es, wenn sowohl du als auch die andere Halter*in erst einmal nebeneinander mit euren Hunden lauft und ein paar Schritte in dieselbe Richtung geht. Die beiden Hunde können sich auf diese Weise in Ruhe kennen lernen. Der eine pieselt an einen Grasbüschel, der andere schnüffelt daran. Bestätige deinen Hund immer positiv, wenn er etwas gut macht. Nutze dafür dein Markersignal.

Geh dazwischen, wenn die Stimmung kippt

Wenn du merkst, dass sich einer der beiden Hunde unwohl fühlt und nicht mehr allein klar kommt, dann geh dazwischen. Du erkennst das zum Beispiel daran, dass die Rute stark eingezogen wird, dass dein Hund im Kreis rennt, den Hasen spielt und dabei total gestresst aussieht. Oder wenn einer den anderen ständig anrempelt und am Boden fest tackert.

Wenn dein Hund von einem anderen Hund bedrängt oder belästigt wird, geh dazwischen und schütze deinen Hund. Überlege dir, was du tun würdest, wenn deine Tochter von einer fremden Person bedrängt wird. Dann gehst du auch dazwischen, oder? Gib deinem Hund den Schutz, den er braucht. Dabei gilt: Derjenige, der bedrängt, wird aus der Situation herausgeholt. Wenn du den bedrängten rausnimmst, kann es passieren, dass derjenige, der bedrängt, noch einmal nachsetzt und du die Situation nicht mehr unter Kontrolle bekommst.

 Hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst

Du solltest an so vieles denken, am besten gleichzeitig und vor allem rechtzeitig. Das ist schwer und schnell fühlst du dich hilflos oder überfordert. Mach dir keine Gedanken, du schaffst das! Und wenn du Unterstützung brauchst, suche dir eine passende Trainer*in in deiner Nähe, die dir einen Fahrplan an die Hand gibt. Damit du weißt, welche Möglichkeiten du hast und wie du sie am besten mit deinem Hund umsetzen kannst.

Schreibe uns eine E-Mail an team@dogitright.de, wenn du von Dog It Right im Training begleitet werden möchtest, um Hundebegegnungen entspannt zu meistern.

Was du nach einer blöden Begegnung machen kannst

Renn nicht gleich weg, wenn es doof gelaufen ist. Du kannst jetzt noch etwas Wichtiges tun: Werte den Ort auf, an dem es passiert ist. Dein Hund wird die blöde Begegnung mit dem Ort verknüpfen. Jedes Mal, wenn dein Hund an diesen Ort zurückkehrt, wird er sich emotional daran erinnern. Du kennst das bestimmt auch. Wenn du an einer bestimmten Bushaltestelle überfallen wurdest, wirst du dich bestimmt furchtbar fühlen, wenn du zu einem späteren Zeitpunkt wieder dorthin gehst. Was du nach einer blöden Begegnung machen kannst, zeigt dir Sonja mit ihren folgenden Strategien.

Sonja’s Strategien nach einer blöden Hundebegegnung

Das kannst du nach einer blöden Hundebegegnung für dich und deinen Hund tun:

  • Lass deinen Hund ein paar Leckerlis auf dem Boden suchen. Schnüffelspiele bauen Stress ab und machen deinen Hund glücklich.
  • Gib deinem Hund ein Signal für Strecken oder Schütteln. Diese Signale solltest du natürlich vorher aufgebaut haben. Das Strecken oder Schütteln dienen ebenfalls dem Stressabbau und entspannt die Muskulatur deines Hundes.
  • Verstecke ein paar Leckerlis in der Baumrinde, ein paar auch gern etwas weiter oben. Dann streckt sich dein Hund automatisch, um sie zu erwischen. Oder du führst deinen Hund mit einem Leckerli auf einen Baumstamm und hältst das Leckerli so weit in die Luft, dass sich dein Hund strecken muss, um daran zu kommen.
  • Führe deinen Hund mit einem Leckerli im Kreis, sodass er dadurch seine Wirbelsäule dehnt. (Achtung, sollte das deinem Hund weh tun, dann ist das keine passende Strategie. Hör dazu nochmal in Podcast-Folge Nummer 4 rein.)
  • Wenn du ein weiches Holz in deiner Nähe findest, nimm es in deine Hand und halte es hoch. Lass deinen Hund daran hoch hüpfen, sodass er dadurch lockerer wird.
  • Unter der Bedingung, dass dein Hund Berührungen mag, kannst du ihn auch vom Kopf über den Rücken mit langen festen Strichen streichen.

Der Sozialkontakt Light

Wenn die Begegnung blöd verlaufen ist, wäre es schön, wenn der andere Hund noch in akzeptabler Reichweite ist, damit dein Hund auch mit dem fremden Hund noch etwas Tolles verknüpfen kann. Lass deinen Hund die Spur des anderen Hundes abschnüffeln, sodass er sich mit dem Auslöser aus sicherer Entfernung auseinandersetzen kann. Diese Methode kannst du auch prima anwenden, wenn du mit deinem Hund an einem anderen Hund vorbeigegangen oder ausgewichen bist. Lass deinen Hund die Spur des fremden Hundes anschließend abschnüffeln, sodass er zwar keinen direkten Kontakt, aber dafür einen indirekten Kontakt bekommt.

Schaffe gute Begegnungen mit befreundeten Hunden

Dein Hund hat leider oft schlechte Erfahrungen in Hundebegegnungen gemacht. Dann solltest du dafür sorgen, dass sich die schlechten Erfahrungen auf ein Minimum reduzieren und diese mit möglichst positiven Erfahrungen ersetzt. Triff dich mit einem befreundeten Hund und übt gemeinsam entspannte Begegnungen in ruhigen Umgebungen. Übt Signale, die dir in schwierigen Situationen helfen können. Das ist eine tolle Beschäftigung für den Alltag und macht euch allen Spaß.

Fazit

Dein Hund muss nicht jeden anderen Hund mögen. Lerne die Körpersprache deines Hundes und schätze danach ein, ob diese Begegnung sinnvoll ist. Wenn du die Körpersprache deines Hundes verstehst, weißt du, wann du eingreifen solltest. Du hast die Verantwortung und die Kontrolle, ob du deinen Hund in diese Situation hinein führst. Es liegt an dir, deinem Hund zu helfen, Strategien zu wählen, die dir gefallen und die für euch beide angenehm sind. Vergiss den Gedanken, was andere über dich denken, sondern handele so, dass du für deinen Hund der Fels in der Brandung bist und ihm Schutz gibst, wenn er sie braucht. So werdet ihr zu einem unschlagbaren Team und meistert jede neue Herausforderung.

 

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