#15: Die wichtigsten Tools für entspannte Hundebegegnungen

Für entspannte Hundebegegnungen brauchst du eine klare Kommunikation mit deinem Hund, seine Aufmerksamkeit und die Sicherheit, dass er zu dir kommt, wenn du rufst. Wenn du dich jetzt fragst, wo du da im Training anfangen sollst, dann ist diese Folge perfekt für dich. Nach 17 Minuten weißt du, welche drei Signale du brauchst, um Hundebegegnungen entspannter zu meistern. Du kannst deinen Hund damit in Begegnungen unterstützen und ihr beide könnt danach entspannt euren Spaziergang fortsetzen.

Christin Lange von Dog It Right erklärt dir, wie du das Training an diesen drei wichtigen Signalen beginnst und wie du sie in Hundebegegnungen einsetzt.

Weiterführende Links zur Episode:

 

1. Tool: Das Markersignal

Das Markersignal schafft für dich und deinen Hund eine gemeinsame Sprache. Er spricht ja kein Deutsch. Mit dem Markersignal kannst du deinem Hund im Alltag immer wieder zeigen, welches Verhalten du gut findest und ihm damit neue Verhaltensweisen beibringen. Wenn du schon vom Clicker gehört hast, dann weißt du, dass Hunde damit Tricks oder Verhaltensweisen zum Beispiel im Hundesport sehr schnell lernen können. Den Clicker kannst du als Markersignal nutzen. Wir bei Dog It Right benutzen selten einen Clicker, da wir große Fans des Markerwortes sind. Ein Markerwort haben wir immer dabei. Das Markerwort sollte kurz und knackig sein, wie zum Beispiel Tac, Top oder Click.

So funktioniert das Markersignal

Ein Markersignal bildet eine Brücke zwischen dem Verhalten deines Hundes und seiner Belohnung. Dein Hund kann dadurch die Belohnung besser seinem Verhalten zuordnen. Lernen wird damit leichter, präziser und schneller. Wenn dein Hund in einer Begegnung den anderen Hund ruhig beobachtet, kannst du dein Markersignal geben und ihn dann belohnen. Denn das ist das Verhalten, was du dir wünschst. Statt Bellen oder an der Leine ziehen, schaut dein Hund nur ruhig hin. Das sollte verstärkt werden!

Lesetipp: Der Grund, warum du mit Markersignalen besser trainierst

Ohne Belohnung kein Markersignal

Belohnungen müssen dabei nicht immer Leckerlies sein. Dein Hund hat vielfältige Bedürfnisse. Manchmal freut er sich, wenn du ihn einfach lobst, manchmal würde er gern mit seinem Ball spielen und manchmal freut er sich sicherlich auch über ein Leckerli. Nach dem Markersignal darfst du verschiedene Belohnungen nutzen. So bleibt es spannend für deinen Hund und du bleibst flexibel. Wenn du die Bedürfnisse deines Hundes kennst, kannst du verschiedene Dinge im Alltag als Belohnung nach dem Markersignal einsetzen.

Beispiele für Belohnungen:

  • auf einen Baumstamm springen,
  • eine spannende Schnüffelspur verfolgen
  • oder er darf zu seinem Lieblingshundekumpel laufen.

Download-Tipp: 34+1 Belohnungsideen mit Futter

Dein Hund wird das Markersignal lieben

Wenn dein Hund das alles jetzt hören und verstehen könnte, würde er wahrscheinlich voller Vorfreude bereit stehen. Und genau diesen Effekt hat das Markersignal. Dein Hund wird gern mit dir kooperieren, weil er weiß, dass du seine Bedürfnisse erfüllst. So gibst du ihm Sicherheit und wirst zu einem positiven Anker in schwierigen Momenten.

So vereinfacht dir das Markersignal Hundebegegnungen

Der große Vorteil des Markersignal ist dein besseres Timing. Stell dir vor, du willst deinen Hund dafür belohnen, dass er den anderen Hund gerade anguckt statt zu bellen. Ehe du mit deiner Belohnung bei ihm angekommen ist, sieht die Situation wahrscheinlich schon wieder ganz anders aus. Wenn du aber dein Markersignal in solch einem Moment gibst, ist es so, als würdest du genau das Verhalten in dem Moment mit einem Textmarker ganz fett markieren. So weiß dein Hund, “Ah, wenn ich den anderen Hund angucke, folgt etwas Tolles für mich. Das lohnt sich!” Du kannst deinem Hund mit dem Markersignal eindeutiger zeigen, welches Verhalten du gut findest und welches Verhalten er in Zukunft öfter, schneller oder ausdauernder zeigen soll.

Lesetipp: So lernt dein Hund

So kannst in Begegnungen das richtige Verhalten verstärken:

Wenn dein Hund

  • einen anderen Hund anschaut,
  • sich von ihm abwendet
  • oder an ihm vorbeigeht

→ gibst du dein Markersignal!

Diese Verhaltensweisen kann dein Hund dann in Zukunft öfter, schneller, länger und intensiver zeigen.

  • Er kann Hunde länger entspannt beobachten
  • Er kann sich schneller wieder zu dir wenden
  • Er kann immer öfter entspannt an anderen Hunden vorbeilaufen.

Je öfter du das Markersignal in Hundebegegnungen einsetzt, desto besser werden du und dein Hund schwierige Situationen meistern können. Dann braucht er vielleicht weniger Abstand oder kann auch dann entspannt bleiben, wenn er einen Hund sieht, den er vielleicht früher immer gruselig fand.

Aber Achtung!

Fang nicht sofort an das Markersignal in Hundebegegnungen einzusetzen. Es ist für dich und deinen Hund noch neu. Tastet euch heran, indem du das Markersignal im Alltag immer dann gibst, wenn dein Hund etwas tut, was dir gefällt. So wird dein Timing immer besser und dein Hund hat viele positive Erlebnisse mit dem Markersignal. Wenn du es dann anwendest, wenn ein Hund in Sicht ist, kennt dein Hund das Markersignal schon gut und die Umsetzung wird dir leichter fallen.

Such dir deshalb eine gute Anleitung! Das kann ein Onlinekurs sein, eine gute Trainerin in deiner Nähe oder du bestellst dir Ullis Buch „Marker-Training für Hunde: Auf Augenhöhe zum glücklichen und kooperativen Hund“. Das Buch erscheint am 08. April 2020. Du kannst es jetzt hier vorbestellen!

2. Tool: Der sichere Rückruf

Bei vielen Hundehalter*innen klappt der Rückruf meistens okay, aber sobald die Ablenkung zu groß wird – war es das! Aber genau in diesen Momente ist ein sicherer Rückruf besonders wichtig. Du möchtest nicht, dass dein Hund einfach zu einem anderen Hund rennt. Besonders wenn der andere Hund an der Leine ist, sollte dein Hund nicht ungefragt hinlaufen – auch nicht, um nur mal kurz “Hallo!” zu sagen.

Podcast-Tipp: Folge 6  – Darf mein Hund mal Hallo sagen

Wenn dein Hund oft an der Leine ist, kein Problem. Die Leine ist eine Notsicherung, die dafür sorgt, dass dein Hund bei dir bleibt. Um öfter ohne Leine spazieren gehen zu können, ist ein sicherer Rückruf unerlässlich. Dann kannst du dich darauf verlassen, dass dein Hund auf dein Signal zu dir kommt und musst nicht ständig die Umgebung abscannen.

So sorgt der Rückruf für entspannte Hundebegegnungen

Mit einem sicheren Rückruf kannst du schwierige Hundebegegnungen entweder vermeiden oder deinen Hund erst einmal zu dir rufen. Dann kannst du entscheiden, ob ihr an dem Hund mit Abstand vorbeilaufen wollt oder ob die Hunde sich kennenlernen dürfen.

Der Rückruf soll Spaß machen!

Der wichtigste Faktor beim Rückruf ist Spaß. Du kannst deinen Hund nicht dazu zwingen, zu dir zurückzukommen und sicherlich willst du das auch gar nicht. Stattdessen wäre es doch total klasse, wenn dein Hund freudig auf dein Rufen zu dir kommt, weil er weiß, dass es ihm bei dir immer gut geht.

Belohnungen machen Spaß!

Auf den Rückruf sollte immer etwas folgen, was dein Hund richtig klasse findet. Ascii liebt zum Beispiel sein Zergel. Deshalb ist das eine der Top-Belohnungen, die er immer wieder nach dem Rückruf bekommt. Er darf es suchen, damit allein spielen oder wir zergeln gemeinsam mit ihm.

Lesetipp: Welche Belohnungen du für ein erfolgreiches Training brauchst

Was nach dem Rückruf auf jeden Fall nicht passieren sollte, sind Dinge, die dein Hund nicht mag. Dazu gehört natürlich jede Form von Schimpfen oder andere Strafen. Aber auch anleinen direkt nach dem Rückruf kann sich für deinen Hund schlecht anfühlen. Deshalb achte darauf, dass immer etwas schönes folgt.

Auch an der Leine könnt ihr gemeinsam schöne Dinge tun, wie zum Beispiel:

  • gemeinsam Rennen,
  • eine Futtersuche
  • oder ihr geht einem anderen Hund aus dem Weg, den dein Hund gruselig findet. (Das ist zwar nicht schön, aber eine Erleichterung für deinen Hund.)

Was tun, wenn der Rückruf nicht klappt

Falls der Rückruf bisher bei Hundebegegnungen noch nicht klappt, möchte ich dich ermutigen, dass du jetzt einen Schritt im Training zurück gehst.

  • Finde Belohnungen, die dein Hund wirklich mag und sei kreativ.
  • Erwarte nicht sofort den perfekten Rückruf, sondern belohne deinen Hund auch dafür, dass er stehen bleibt, dich anschaut oder von sich aus zu dir kommt.
  • Fange bei ganz leichten Ablenkungen an und arbeite dich langsam, Woche für Woche zu schwierigeren Ablenkungen vor.

Und auch hier gilt wieder, die Unterstützung einer guten Trainer*in ist für einen sicheren Rückruf goldwert!

Lesetipp: Was tun, wenn der Rückruf nicht klappt

3. Tool: Das Entspannungssignal

Bitte keine falschen Erwartungen: Das Entspannungssignal sorgt nicht dafür, dass dein Hund in einen Tiefschlaf fällt, sobald er es hört. Es macht deinen Hund aber für einen Moment ansprechbar. Manchmal kann dein Hund nicht mehr auf dich reagieren, weil er unbedingt den anderen Hund im Auge behalten muss. In dieser Situation kann das Entspannungssignal dafür sorgen, dass er für einen Moment ansprechbar wird. Dann kann er wieder auf seinen Namen, den Rückruf oder ein anderes Signal reagieren.

So baust du das Entspannungssignal auf

Du kannst es Zuhause auf der Couch während der täglichen Kuscheleinheiten aufbauen. Wenn dein Hund sich gern von dir streicheln lässt, kannst du das Entspannungssignal mit dem entspannenden Streicheln verknüpfen. Du sagst erst das Entspannungssignal, zum Beispiel Easy, und beginnst danach deinen Hund zu streicheln. Klingt easy oder? Für deinen Hund ist es auch easy, da er quasi nichts machen muss. Wenn dein Hund nicht gern gestreichelt wird, kannst du trotzdem ein Entspannungssignal aufbauen. Eine genaue Anleitung findest du hier!

Lesetipp: Wie du Entspannungssignale bei deinem Hund aufbauen kannst

Der häufigste Fehler beim Entspannungssignal

Für dich kann das Entspannungssignal eine echte Herausforderung sein. Weder beim Aufbau noch bei der Anwendung des Entspannungssignals kannst (immer) du eine Reaktion bei deinem Hund sehen. Beim Aufbau ist dein Hund schon entspannt. Er soll einfach weiter entspannen, wenn du das Signal sagst. Bei der Anwendung in der Hundebegegnung kannst du oft keine Reaktion auf das Entspannungssignal sehen. Alles, was du sehen kannst, ist ob dein Hund nach dem Entspannungssignal auf das folgende Signal reagiert. Dazu musst du allerdings innerhalb von drei Sekunden das nächste Signal geben – und das kann in aufregenden Situationen eine große Herausforderung sein. Das Entspannungssignal erfordert für dich in den ersten Wochen Übung, bis du den Dreh raus hast. Wenn du es dann erfolgreich aufgebaut hast und gut umsetzen kannst, ist es in Hundebegegnungen ein riesiger Pluspunkt.

Das Entspannungssignal in Hundebegegnungen

Du kannst das Entspannungssignal in Hundebegegnungen einsetzen,

  • wenn dein Hund einen anderen Hund schon von Weitem fixiert und sich nicht abwenden kann.
  • wenn du an Hunden vorbeigehen möchtest und dein Hund Schwierigkeiten hat auf deine Signale zu reagieren.
  • wenn dein Hund sich in einer Hundebegegnung anspannt und du lieber mit ihm weitergehen möchtest.

Lesetipp: Warum du Einfrieren bei deinem Hund erkennen musst

Wenn du das Entspannungssignal mit uns von Dog It Right aufbauen und in Hundebegegnungen umsetzen möchtest, dann schreib uns eine E-Mail an team@dogitright.de oder vereinbare einen kostenlosen Telefontermin, um mit uns zu besprechen, wie wir dich mit Training unterstützen können.

So legst du jetzt los mit den 3 Tools

Diese drei Tools können Hundebegegnungen für dich und deinen Hund endlich entspannter machen:

  1. Das Markersignal für eine klare Kommunikation.
  2. Der Rückruf für mehr Sicherheit und Freiheit.
  3. Das Entspannungssignal, damit dein Hund auch in schwierigen Situationen noch ansprechbar ist.

Wenn du nicht so viel Zeit für Training hast, dir aber trotzdem entspannte Hundebegegnungen wünschst, dann konzentriere dich auf diese drei Signale!

Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg dabei!

 

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