#18: Warum du ein Markersignal für entspannte Hundebegegnungen brauchst

Du brauchst ein Markersignal. Davon sind wir überzeugt! 

Wir wünschen uns eine Welt, in der alle Menschen mit ihren Hunden über das Markersignal kommunizieren. Es würde Hundebegegnungen für alle so viel leichter machen!

Deshalb geben wir dir 20 Gründe, warum Markersignale wichtig sind. Du erfährst in dieser Folge, warum du das Markersignal besonders in schwierigen Situationen brauchst und wie es dir und deinen Hund in Hundebegegnungen helfen kann. Wenn du schon ein Markersignal hast, dann teile diese Folge gern mit anderen Hundemenschen.

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20 Gründe für Markersignale

Deshalb brauchen dein Hund und du unbedingt ein Markersignal in Hundebegegnungen.

1.Kommunikation

Du kommunizierst immer mit deinem Hund. Was du tust, wie du dich bewegst und die Laute, die du von dir gibst, senden Informationen an deinen Hund. Es kann schwer für deinen Hund sein all diese Sachen zu verstehen. Zug auf der Leine, “Nein!”, “Lass dass!”, “Hör auf zu bellen!” geben deinem Hund keine klare Information, was er tun soll. Mit einem positiven Markersignal zeigst du deinem Hund, was sich für ihn lohnt und er versteht dich besser.

2. Timing

Mit dem Markersignal fängst du punktgenau das Verhalten ein, was dein Hund öfter zeigen soll.

“Jeder Hund zeigt erwünschtes Verhalten – auch wenn es nur für den Bruchteil einer Sekunde ist. Es liegt an uns, dieses Verhalten einzufangen, zu verlängern und auszubauen.” Ulrike Seumel

Wenn dein Hund in Gegenwart eines anderen Hundes ausflippt, zeigt er vorher immer ein Verhalten, was noch okay ist – dieses solltest du einfangen und kannst es belohnen.

3. Motivation

Dein Hund ist momentan sehr motiviert zum anderen Hund zu gelangen oder ihn zu vertreiben? Und wenig motiviert an der Zusammenarbeit mit dir? Wir alle streben nach Bedürfnisbefriedigung. Nutze die Bedürfnisse deines Hundes im Training als Belohnungen. So stärkst du seine Motivation und machst es deinem Hund leichter mit dir zusammenzuarbeiten.

4. Aufmerksamkeit

Bei dir passieren tolle Sachen und dein Hund fühlt sich gut. Also wird er dir gern seine Aufmerksamkeit schenken. Er schaut dich öfter an, hält sich in deiner Nähe auf und kann besser reagieren, wenn du ihn ansprichst. Er muss dich in Hundebegegnungen nicht anstarren – aber wenn er dir freiwillig mehr Aufmerksamkeit schenkt, wird ihm das auch in schwierigen Situationen leichter fallen.

Lesetipp: In 12 Schritten zu mehr Aufmerksamkeit beim Hund

5. Kooperation

Durch das Markersignal wird dein Hund gern mit dir kooperieren. Er arbeitet gern mit dir zusammen und bietet auch von allein Verhalten an, das du dann mit dem Markersignal einfangen und belohnen kannst. Wir von Dog It Right wollen keinen Hund, der Kadavergehorsam zeigt – und du willst das sicher auch nicht. Du willst einen Hund, der auch von allein gute Entscheidungen in Begegnungen treffen kann. Diese Strategien formst und verstärkst du mit dem Markersignal.

6. Erwartungssicherheit

Du bist die wichtigste Bezugsperson für deinen Hund. Wenn du manchmal nett zu ihm bist und manchmal die Leine nach ihm wirfst, weiß er nie, was auf ihn zukommt. Durch das Markersignal weiß er, welches Verhalten eine angenehme Konsequenz für ihn hat und muss keine Angst haben. In Hundebegegnungen gibt ihm das Sicherheit und erspart ihm Stress.

7. Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen

Durch die Kommunikation mit dem Markersignal wird dein Hund selbstbewusster und fühlt sich gut. Er weiß, dass du das Markersignal gibst, wenn er zum Beispiel neben dir läuft oder wenn er einen Hund in der Ferne entdeckt. Er kann das Verhalten zeigen, das sich für ihn lohnt und er kann somit dir und der Situation vertrauen. Dadurch gewinnt er auch mehr Selbstvertrauen. Er weiß, dass es ihm gut gehen wird, wenn er ein Verhalten zeigt und das schafft Sicherheit.

8. Emotionen

Das Markersignal löst eine positive Emotion bei deinem Hund aus. Du kannst damit seinen emotionalen Zustand positiv beeinflussen, wenn er einen anderen Hund sieht oder auch mitten im Hundekontakt. Du verringerst damit langfristig Angst und Aggression und sorgst dafür, dass er emotional stabiler wird.

Lesetipp: Wie du die Ängste deines Hundes besiegst

9. Fokus auf das Positive

Wenn du diesen Artikel liest, sind Hundebegegnungen für dich wahrscheinlich eine Herausforderung. Das kann anstrengend sein, denn du investierst viel Zeit und Kraft und wünschst dir nur, dass dein Hund endlich entspannter in Hundebegegnungen ist. Wenn das dann nicht klappt, kann das frustrierend sein – besonders wenn du sowieso schon einen schlechten Tag hast.

Mit dem Markersignal trainierst du dich selbst darin, mehr die positiven Dinge wahrzunehmen. Vielleicht hast du dich immer geärgert, dass dein Hund dich einfach nicht mehr beachtet, sobald ein anderer Hund auftaucht. Durch die Arbeit mit dem Markersignal wirst du feststellen, dass es viele Dinge gibt, die dein Hund in dem Moment gut macht. Vielleicht steht er noch an lockerer Leine und schaut entspannt zum anderen Hund. Vielleicht dreht er kurz den Kopf zu dir… Und genau in diesen Momenten gibst du dein Markersignal, damit dein Hund in Zukunft länger entspannt gucken kann oder sich zu dir dreht, statt in die Leine zu springen.

Für noch mehr Fokus auf das Positive: Unser Dog-Journal, das Dankbarkeitstagebuch für Hundehalter*innen.

10. Du lernst deinen Hund besser kennen.

Wenn du mit dem Markersignal beginnst, stehst du vor großen Fragen: Wann gibst du das Markersignal?  Und wie belohnst du deinen Hund richtig und vielfältig?

Um das herauszufinden, solltest du deinen Hund beobachten:

  • Wie verhält er sich, wenn er einen anderen Hund sieht?
  • Wie verändert sich seine Körpersprache?
  • Welche Strategie wählt er im Hundekontakt? Und wann?
  • Was macht er gern und oft?
  • Was gibt ihm Sicherheit?

Du lernst deinen Hund also jeden Tag ein bisschen besser kennen und stärkst dabei eure Bindung, weil du seine Bedürfnisse wahrnimmst, respektierst und im Training durch passende Belohnungen befriedigst.

11. Zeit

In Hundebegegnungen geht oft alles sehr schnell: Der fremde Hund taucht auf, dein Hund flippt aus, der andere Hund ist wieder weg und ihr beide seid völlig durch den Wind. Mit einem Markersignal kannst du dir oft mehr Zeit verschaffen und neue Strategien in euren Begegnungen etablieren!

12. Struktur

Mit dem Markersignal gibst du deinem Hund und dir eine Struktur. Er weiß genau, dass du das Markersignal gibst, wenn ein anderer Hund auftaucht. Er weiß, dass du eine Belohnung für ihn bereit hältst und dass du zum Beispiel mit ihm ausweichen wirst, wenn es nötig ist. Auch wenn der andere Hund natürlich nicht zu 100 % berechenbar ist, so weiß dein Hund zumindest, wie du dich verhalten wirst.

Du kannst zum Beispiel dein Markersignal immer dann geben,

  • wenn dein Hund den anderen Hund noch ruhig anschaut,
  • wenn er dich anguckt,
  • wenn er sich freundlich dem anderen Hund nähert,
  • wenn er sich vom anderen Hund abwendet
  • und so weiter.

13. Distanz

Wenn du mit Belohnungen arbeitest, ist dir wahrscheinlich schon aufgefallen, dass es etwas schwieriger wird deinen Hund zu belohnen, wenn er etwas weiter von dir entfernt ist. Genau das wird in Hundebegegnungen der Fall sein. Dein Hund bewegt sich in die Richtung des anderen Hundes und somit weg von dir. Wie sollst du ihn da belohnen?

Das Markersignal erreicht deinen Hund auch auf größere Distanzen. Du kannst es geben, wenn dein Hund drei, vier oder zehn Meter von dir entfernt ist. Er wird es hören, auch wenn er sich danach nicht zu dir umdreht. Dann kannst du ihn mit deiner Stimme loben und somit auch Verhalten verstärken, das er zeigt, wenn er weiter von dir entfernt ist

14. Effektivität

Es gibt unzählige Trainingsmethoden und -tipps. Wir trainieren immer mit dem Markersignal. Es ist die eine Methode, die unsere Kund*innen und uns immer ans Ziel bringt. Das hat verschiedene Gründe:

  1. Du arbeitest mit deinem Hund, statt gegen ihn.
  2. Du hast ein klares Ziel und Zwischenziele.
  3. Statt deinem Hund hunderte von Dingen zu erklären, die er nicht machen soll, könnt ihr euch auf das gute Verhalten konzentrieren!

Lesetipp: Was jede*r über Strafe im Hundetraining wissen sollte

15. Effizienz

Ihr erreicht euer Ziel nicht nur sicherer, sondern auch schneller. Dein Hund lernt schneller, weil er die Belohnung ganz klar seinem Verhalten zuordnen kann. Mit den passenden Belohnungen wird dein Hund dieses Verhalten dann in Zukunft häufiger, schneller, intensiver und länger zeigen.

16. Andere Menschen können das Training übernehmen

Wenn dein Hund mehrere Bezugspersonen hat, dann schafft ihr mit dem Markersignal eine einheitliche Kommunikation. Und wenn du krank wirst oder in den Urlaub fliegst, können auch andere Menschen das Markersignal mit deinem Hund nutzen. So bleiben Hundebegegnungen auch entspannt, wenn eine andere Person mit deinem Hund spazieren geht.

17. Du kannst aktiv werden, statt passiv zu warten

Die meisten Menschen, die zu uns in das Kompakttraining kommen, wünschen sich, dass sie endlich aktiv etwas tun können. Sie fühlen sich hilflos und wollen ihrem Hund helfen. Genau das funktioniert mit dem Markersignal. Du hast es immer dabei. Und je öfter du es nutzt, desto leichter wird es dir auch in schwierigen Situationen fallen, in denen du dich momentan noch handlungsunfähig fühlst.

18. Kreativität

Wenn du das Markersignal im Alltag mit deinem Hund einsetzt, wirst du feststellen, dass er kreativer wird. Er traut sich Verhaltensweisen anzubieten, weil er weiß, dass er nicht bestraft wird. Ganz im Gegenteil: Bestimmte Verhaltensweisen dazu führen, dass du dein Markersignal gibst und ihn belohnst. Ein Hund im Dog It Right Kompakttraining fing zum Beispiel neulich an, sich öfter von allein neben seinen Menschen zu stellen, sobald ein Hund auftauchte. Wir hatten das nie explizit geübt. Er wurde einfach kreativer und hat neue Strategien ausprobiert. Natürlich haben wir genau das dann immer mit dem Markersignal eingefangen und belohnt – denn das war eine super Idee des Hundes.

 19. Weniger Stress

In einer Hundebegegnung kann Stress dazu führen, dass dein Hund schneller ausflippt. Alle bisherigen Gründe für das Markersignal reduzieren automatisch den Stress, weil sie Ängste und Unsicherheiten minimieren und gleichzeitig positive Emotionen auslösen. Wenn du das Gefühl hast, dass Hundebegegnungen vorher, währenddessen und danach für deinen Hund stressig sind, dann kann das Markersignal diesen Stress erheblich reduzieren – wenn du weißt, wie du das Markersignal in Begegnungen einsetzen kannst.

Lesetipp: 3 Dinge, an denen du Stress bei deinem Hund erkennst

20. Spaß

Und zu guter letzt macht das Leben, das Training und der Alltag mit deinem Hund einfach mehr Spaß, wenn du das Markersignal nutzt.

Auch wenn dein Hund eigentlich gar kein Thema mit Begegnungen hat, wird ein Markersignal das Leben von dir und deinem Hund nachhaltig verändern und verbessern.

Buchtipp: Markertraining für Hunde

Im Buch “Markertraining für Hunde: Auf Augenhöhe zum glücklichen und kooperativen Hund” von Dog It Right Gründerin Ulrike Seumel erfährst du genau, wie du das Markersignal aufbaust und einsetzt – im Alltag und auch in schwierigen Situationen.

Hier kannst du das Buch bestellen!

 

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